Renaissance – Epoche

Mal_ReDie Renaissance ist eine strahlende Epoche in der Kunst und Kultur, denn zu dieser Zeit entwickelten sich zahlreiche neue kreative Ansätze, in einer Dichte, wie es sie seit der Antike nicht mehr gab. Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts interessierten sich Dichter und Denker des Humanismus für antike Schriften und Kunstwerke. Sie studierten diese und versuchten sie nachzuahmen oder gar weiterzuentwickeln. Dabei zeichneten sie ein neues Menschenbild, welches sich grundlegend von dem des Mittelalters unterschied.

Der Mensch wurde nicht mehr primär als Sünder im christlichen Kontext betrachtet sondern als ein Wesen mit eigener Kraft und eigenem Bewusstsein und damit auch einer individuellen Würde. Mit der veränderten Bedeutung des Menschen in der Welt entstand auch ein neues Bewusstsein für Zeit und Raum. Man beruft sich in der Renaissance auf die Natur und auf die neuen wissenschaftlichen Methoden und nicht mehr nur auf die Theologie und die Bibel. Als Orientierung dienten die Maßgaben der antiken Literatur und des archäologischen Erbes, welches beispielweise in den Ruinen Roms präsent war. Diese gesammelten Eindrücke begeisterten die Künstler für die Wiedergabe der Natur und die Würdigung des menschlichen Wesens und Körpers.

Dieser neuen Natürlichkeit folgte die Verweltlichung (Säkularisierung) der Kunst, wobei nicht das Ende der sakralen Kunst gemeint ist. Neben Händlerfamilien und Fürsten blieb die Kirche auch in der Renaissance der bedeutendeste Auftraggeber. Die religiösen Themen des Mittelalters  erhielten  ein neues Profil.

Mit der Kunst veränderte sich auch die öffentliche Wahrnehmung des Künstlers und dessen Stellenwert. Die Künstler erhielten so viele Aufträge wie nie zuvor. Zeitgleich stieg das Interesse an der Persönlichkeit des Künstlers, ein großer Unterschied im Vergleich zum Rollenverständnis im Mittelalter als der Künstler noch als Handwerker fungierte, der die Vorgaben der Auftraggeber umsetzte. Durch die Würdigung des Kunstschaffenden entwickelten die Künstler ein neues Selbstbewusstsein und mit der Erhöhung ihres Status wurden sie zu zum Teil zu großen Künstlerpersönlichkeiten in ihrer Zeit stilisiert. Sie hofften mit ihren Werken Unsterblichkeit zu erreichen. Neben den Künstlern profitierten auch die Auftraggeber vom Glanz und der neuen Bedeutung der Kunst, wie etwa die Fürsten von Mantua, Mailand oder Florenz. Einflussreiche Geistliche und wohlhabende Kaufleute gaben sich gerne als Förderer der Künste aus und schmückten sich mit dem Ruhm und Prestige von Werk und Künstler.