Ach du schöne Adventszeit

Ludwig Richter

Ludwig Richter (1803-1884), Die Mutter am Christabend, Holzstich.

 

Ich habe heute einen Weihnachtsbaum gekauft, aufgestellt und geputzt.  Damit bin ich zwar etwas früh dran, aber mit dem Baum kommt auch die vorweihnachtliche Stimmung. Woher aber kommt dieser Brauch? Der Weihnachtsbaum,  der auch Lichter- oder Christenbaum genannt wird, begleitet uns heute wie selbstverständlich über die Weihnachtszeit bis zum Jahreswechsel.

Die Wurzeln dieses Brauches liegen tatsächlich im Dekorationsgedanken. Die immergrünen Zweige symbolisieren Lebenskraft.  Insbesondere im kalten Winter, in der Zeit wo das Leben und das Überleben des Einzelnen beschwerlicher war als im Sommer, stand der Baum als Hoffnungsträger dafür,  diese Zeit gut zu überstehen.

Bereits im 16. Jh. wurden in Städten am Oberrhein Bäume aufgestellt und gegen Ende des 16. Jh. geschmückt – damals noch ohne Kerzen. Die Funktion des Lichtträgers ist erst einige Zeit später nachweisbar.

Der Brauch breitete sich in den darauf folgenden Jahren vorrangig in den protestantischen Regionen Deutschlands aus. Gegen Ende des 18. Jh. in der Zeit der Romantik fand der Weihnachtsbaum zunehmend auch im katholischen Raum Anklang. Im 19. Jh. pflegten Adel wie Bürgertum überall in den Städten die Ausstellung des Lichterbaums. Damit bahnte er sich seinen Weg in die Kunst, wie auch im oben abgebildeten Holzstich. Erst zum Ende des 19. Jh. zog der Baum aufs Land und mit steigender Auswanderungszahlen auch nach Übersee. Im 20. Jh. wurde der Weihnachtsbaum dann in  Amerika heimisch.