Er machte Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo unsterblich

VasariGiorgio Vasari geb. 30. Juli 1511 in Arezzo, gest. 27. Juni 1574 in Florenz

Als einer der ersten Kunsthistoriker der Geschichte ist sicherlich Giorgio Vasari zu nennen. Vasari war Architekt und italienischer Hofmaler der Medici. Diese beiden Tätigkeiten waren es jedoch nicht, die ihn bis heute berühmt machten.

Es sind seine Biographien über italienische Künstler, die ihn unsterblich gemacht haben. Er hofierte Künstler, wie Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo. Durch seine Biographien wurde deren Ruhm stark gefördert. Damit gilt er mit als Initiator für deren Berühmtheit bis in die Gegenwart. Noch heute greifen Kunsthistoriker auf seine Quellen zurück. Neben seinen Biographien verfasste er verschiedene Bücher über die besten Architekten, Maler und Bildhauer seiner Zeit.

Ganz klar prägte er die Kunstgeschichte. Er war der Erste, der das Wort rinascita/Renaissance 1550 in den Mund nahm und auch der Begriff gotico/Gotik ist auf ihn zurückzuführen. Für ihn als Liebhaber der Ästhetik der antiken Kunst war der Kunststil Gotik primitiv, fremdartig ja gar barbarisch. Sie stellte seiner Auffassung nach ein dunkles Zeitalter dar. Seine negative Wahrnehmung der Gotik beeinflusste ganze Generationen von Kunsthistorikern.

Seine Meinung wurde erst im 19. Jh. aufgeweicht und von vielen Kunsthistorikern und Historikern wiederlegt.

Übersicht Werke:

Biographien italienischer Künstler, 3 Bände

Bücher über Architekten, Maler und Bildhauer seiner Zeit

• Le Vite de’ più eccellenti architetti, pittori, et scultori italiani, da Cimabue infino a’ tempi nostri: descritte in lingua toscana da Giorgio Vasari, pittore arentino – Con una sua utile et necessaria introduzione a le arti loro. L. Torrentino, Florenz 1550, 2 Bände.

1568 erweiterte Ausgabe mit einem leicht veränderten Titel:

• Le Vite de’ più eccellenti pittori, scultori et architettori, scritte e di nuovo ampliate da Giorgio Vasari con i ritratti loro e con l’aggiunta delle vite de’ vivi e de’ morti dall’anno 1550 infino al 1567. Giunti, Florenz 1568, 3 Bände.

 

Kunstmagazine – welches ist für mich das Richtige?

Wie bei allen Themen gibt es auch zum Thema Kunst eine große Anzahl von Magazinen. Welches das Richtige für sie ist, müssen sie zwar selbst entscheiden, aber als Entscheidungshilfe möchte ich ihnen hier Einige kurz vorstellen. Schwerpunkte und Erscheinungszyklen sind zum Teil sehr verschieden.

 

art – Das Kunstmagazin

Eines der populärsten Kunstmagazine ist sicherlich die art, welche monatlich in den Zeitungsregalen zu sichten ist. Sie deckt alle gängigen Kunstgattungen ab. Darüber hinaus spielen Design, Mode und Architektur eine Rolle. Manche finden dies zu weit vom Kern, Andere finden gerade den weiten Blickwinkel spannend. Dies muss jeder für sich entscheiden. Lohnenswert ist aber auf jeden Fall das viermal im Jahr erscheinende Titelbooklet Art Kompakt Kunstsaison, in dem die Höhepunkte der kommenden drei Monate vorgestellt werden.

 

ARTinvestor

ARTinvestor berichtet über Design, Mode, Architektur, Reisen und Technik. Das alle zwei Monate erscheinende Magazin hat einen guten Mehrwert für alle, die sich intensiv mit dem Kunstmarkt aus finanziellen Gesichtspunkten auseinandersetzen. Dabei leidet erstaunlicherweise nicht der Respekt vor der Kunst.

 

artist Kunstmagazin

„Willkommen in der zeitgenössischen Kunst“ – spricht sie das an? Dann sind sie bei diesem Magazin genau richtig. Alle drei Monate werden sie über News und in Form von Interviews aus der Szene informiert. Auch ausführliche Ausstellungsberichte/besprechungen bieten ein lebendiges Bild der Kunstwelt.

 

ARTMAPP

Artmapp ist durch die Kombination aus Magazin und App sehr modern aufgestellt. Es erscheint drei Mal im Jahr – März, Juli und November und berichtet über das aktuelle Kunstgeschehen. Dabei entstehen unterschiedlichste Porträts von Städten, Ausstellungen und Künstlern. Neben Buchrezensionen werden auch sinnvolle Kultur-Apps vorgestellt.

 

frieze d/e

Das seit 2011 erscheinende Magazin ist zweisprachig publiziert und berichtet über zeitgenössisches Kunst- und Kulturgeschehen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Viermal im Jahr ist der Leser ganz nah am Puls der Kunstszene.

 

Monopol

Jeden Monat berichtet die Monopol über zeitgenössische Kunst. Dabei wird der Bezug der Kunst zur Gesellschaft hergestellt. Neben der Kunsttheorie stellt die künstlerische Praxis einen Schwerpunkt dar. Auch Berührungspunkte zu Film, Mode, Design und Architektur finden ihren Platz.

 

Weltkunst

Der Klassiker zum Schluss. Schon seit 80 Jahren verwöhnt die Weltkunst die kunstinteressierte Leserschaft. 14 Ausgaben veröffentlicht das Kunstmagazin aus dem Hause der ZEIT. Umfangreich bebilderte Kunstgeschichten sowie Hintergrundberichte aus der Museumswelt gibt es zu entdecken. Auch über den Kunstmarkt und entsprechende Auktionen wird informiert. Experten analysieren die aktuellen Entwicklungen und beleuchten kritisch die Übertreibungen und Trends. Die Bandbreite der vorgestellten Kunst beschränkt sich nicht nur auf zeitgenössische Kunst, sie reicht von der Renaissance bis hin zur PopArt, von römischer Keramik bis hin zu Bauhaus-Möbeln. Neben diesen Themen liefert das Magazin einen umfangreiches Serviceteil.

 

Die Dame auf dem Récamier

François_Pascal_Simon_Gérard

Die Dame auf dem Récamier,

Francois Gérard,

Madame Récamier, 1805. Öl auf Leinwand, 225 x 145 cm, Paris, Musée Carnavalet.

 

Der Künstler Francois Gérard rückt das Ganzportrait der Dame auf dem Récamier/ Empiresessel in eine kostbare und reich ausgestattete Architekturkulisse im klassizistischen Stil. Im Hintergrund auf der rechten Seite zeichnet sich eine Säulenhalle ab. Gleich daneben führt unter dem Rundbogen ein Ausgang zum Garten. Dieser ist mit einem roten Tuch fast vollständig verhängt. Dass Tuch bildet einen farblichen Kontrast zum Hauptmotiv des Werkes, zur Dame mit dem Namen Juliette. Juliette sitzt auf einem weichen, gepolsterten Empiresessel, gerade so als hätte sie der Wind  wie eine Feder hingeweht. Auch ihre Kleidung versprüht eine sommerliche erotische Leichtigkeit. Dabei trägt sie ein kurzärmliges Musselinkleid mit verführerischem Dekolleté und nackter Schulter. Ihre linke Schulter ist leicht bedeckt mit einem gold leuchtendem Seidenschal, der sich über ihren Rücken hinweg zu den Oberschenkeln bis hin zum Boden erstreckt. Unter dem Saum des Sommerkleides zeigen sich kokett ihre nackten Füße.

Juliettes Körperhaltung schwankt zwischen einer kraftvollen Haltung und einem lasziven, sich fallen lassen. Dabei neigt sie leicht ihren Kopf und schaut den Betrachter mit ihren dunklen Augen tief, nachdenklich und freundlich an. Sie erscheint wie eine Verlockung, die offensiv und schüchtern zugleich ist. Diese Balance der Kräfte, austariert wie auf einer Waage sind das Erfolgsgeheimnis des Werkes. Sie ziehen den Betrachter in ein Spannungsfeld, mit welchem dem Künstler Francois Gérard  eine großartige schöpferische Leistung gelang.

Dieses Grundmotiv erfreute sich weiterer Jahre einer großen Beliebtheit. Reichgewordene Bürgerinnen und Adlige ließen sich porträtieren, um ihre geschmackvollen Salons zu dekorieren. Dabei waren die unterschiedlichen Künstler stets bestrebt die Damen verlockend und keusch zugleich erscheinen zu lassen. So wurden ihre Körper zu einem entsexualisierten, unerreichbaren Traum verwandelt. Die Dame stellt damit ein unerfüllbares Versprechen dar, welches Begehrlichkeiten und Sehnsüchte erweckt. Würde sie dieses Versprechen jedoch einlösen, wäre sie keine Dame mehr. Diese Spannung zu verkörpern, ist die hohe Kunst der Damen jener Zeitvorstellung. Darin wie gut sie diese Kunst beherrschten, ließ sich eine Dame in der gehobenen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts beurteilen.

 

Weiterführende Literatur:

Felbinger, Udo: François Gérard und das französische Porträt. 1795 – 1815, 1999 Berlin.

Roters, Eberhard: Malerei des 19. Jahrhunderts. Themen und Motive, Bd. 2, 1998 Köln.

Romantik – Epoche

Mal_RomJohan Christian Dahls, Swinemünde bei Mondschein,1840

 

Mit dem Wort Romantik verbindet man heute schöne Stunden bei einem Sonnenuntergang oder ein romantisches Abendessen mit der Partnerin. Als romantisch gelten Liebesfilme, Liebesromane und Palmenstrände mit Meeresrauschen im Hintergrund.

Aber für was steht die Romantik im kunstgeschichtlichen Sinn?

Sie steht für eine kulturgeschichtliche Epoche, deren Zeitspanne mit dem Ende des 18. Jahrhunderts beginnt und weit bis ins 19. Jahrhundert hinein reicht. Sie erstreckt sich über verschiedene Gebiete wie der bildenden Kunst, Musik und Literatur.

Seinen Ursprung begründet der Begriff Romantik in der Literatur im 17. Jahrhundert, er leitete sich vom altfranzösischen romanz ab, aus dem dann der Roman wird. Unter dieser Literaturgattung ist zunächst eine Dichtung in der Landesprache zu verstehen, die sich vom üblichen Gelehrtenlatein der Bücher unterschied. Aus den Dichtungen wurden Erzählungen von Geschichten voller Fantasie, Träumen und Liebe.

Daneben wurde das Wort Roman/Romantik in seiner Bedeutung weiterentwickelt. So stand es zum Beispiel für wilde unberührte Natur oder für gruselige Horrorgeschichten im 18. Jahrhundert. Erst der französische Philosoph Rousseau (1712-1778) gab dem Begriff eine weitere neue Bedeutung. Er verband die landschaftliche Wahrnehmung mit seelischen Qualitäten. Um ca. 1800 entstand zunächst in Deutschland eine Bewegung von Literaten, Künstlern und Philosophen die unter dem Begriff bzw. Stichwort des Romantischen ein neues Weltbild anstrebten. Diese romantische Generation empfand eine tiefe Kluft zwischen der Welt der Gefühle und Ästhetik und der Welt der Vernunft und Rationalität. Sie sehnten sich nach einer Heilung, in dem sie Gegensätze zusammenführten zu einem harmonischen Ganzen. Inspiration für diese Heilung fand man in einer weit zurückliegenden Epoche, dem Mittelalter. Man bediente sich Mythen, Märschen und Sagen. Auch besondere Orte wie mittelalterliche Klöster, Kirchen und Ruinen wurden künstlerisch und literarisch beschworen.

Mit dem neuen Weltbild veränderte sich auch die ästhetische Bewertung. Zunehmend wurde die klassizistische Kunst abgelehnt, deren Wesen eine feste Ordnung innewohnt. Man entwickelte eine Vorliebe für individuelle Gefühle des Betrachters und des Künstlers, die alle vorigen Regeln sprengte. Dabei standen nicht mehr Normen und Maße im Vordergrund sondern die schöpferische Experimentierlust. So entwickelte sich die Romantik zu einer vielseitigen Kunstrichtung. Sie reicht von der unheimlichen, dunklen und schwarzen Seite bis hin zur freundlichen Bewunderung der Natur und der Menschen. Stimmungsvolle Landschaften mit Betonung von Licht und Farben dienten nicht mehr primär der Darstellung der sichtbaren Wirklichkeit sondern der geistigen  Fantasie des Künstlers und des Betrachters.

Klassizismus – Epoche

Arch_KlKlassizismus ist Stil und Epoche zwischen  ca. 1750 und 1840. Diese Epoche zeichnet sich durch typische künstlerische Ausdrucksformen in der Architektur aus wie:  Zylinder, Kugel, Kreis und Kubus. Diese klaren geometrischen Grundformen stehen im Zeichen eines kritischen Rationalismus und der Rückbesinnung auf die Antike. Es entstanden neue Leitbegriffe wie Symmetrie und Harmonie. Mit dem Durchbruch des Klassizismus in der Kunst löste dieser die barocke Formsprache ab. Eine natürliche Daseinsform wurde angestrebt und der Geist der Aufklärung wurde als freiheitliche Alternative gesehen gegenüber dem rigiden Herrschaftssystem des Absolutismus und der damit verbundenen höfischen Kultur des Barocks und Rokoko.

Als Inspiration galt die Rezeption antiker Vorbilder, wie in Rom erhaltene architektonische Relikte, das Pantheon oder die Laokoon Gruppe. Einen weiteren Schub erzeugten Ausgrabungen mit neuer wissenschaftlicher Akribie in Pompeji in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.  Ganz Europa folgte dieser Entwicklung mit großem Interesse, was auch dem deutschen Archäologen Johann Joachim Winkelmann zu verdanken war. Dieser veröffentlichte 1755 seine Abhandlung mit dem Titel: Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerei und Bildhauer-Kunst.

Es blieb  nicht bei einer Bewunderung der antiken Kunstwerke vor Ort.  Zunehmend ging man dazu über einzelne Kunstwerke direkt zu überführen. So wie zum Beispiel 1806 organisierte Lord Elgin die Ausfuhr einzelner Skulpturen aus dem Pantheon Tempel auf der Athener Akropolis direkt nach London.

Renaissance – Epoche

Mal_ReDie Renaissance ist eine strahlende Epoche in der Kunst und Kultur, denn zu dieser Zeit entwickelten sich zahlreiche neue kreative Ansätze, in einer Dichte, wie es sie seit der Antike nicht mehr gab. Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts interessierten sich Dichter und Denker des Humanismus für antike Schriften und Kunstwerke. Sie studierten diese und versuchten sie nachzuahmen oder gar weiterzuentwickeln. Dabei zeichneten sie ein neues Menschenbild, welches sich grundlegend von dem des Mittelalters unterschied.

Der Mensch wurde nicht mehr primär als Sünder im christlichen Kontext betrachtet sondern als ein Wesen mit eigener Kraft und eigenem Bewusstsein und damit auch einer individuellen Würde. Mit der veränderten Bedeutung des Menschen in der Welt entstand auch ein neues Bewusstsein für Zeit und Raum. Man beruft sich in der Renaissance auf die Natur und auf die neuen wissenschaftlichen Methoden und nicht mehr nur auf die Theologie und die Bibel. Als Orientierung dienten die Maßgaben der antiken Literatur und des archäologischen Erbes, welches beispielweise in den Ruinen Roms präsent war. Diese gesammelten Eindrücke begeisterten die Künstler für die Wiedergabe der Natur und die Würdigung des menschlichen Wesens und Körpers.

Dieser neuen Natürlichkeit folgte die Verweltlichung (Säkularisierung) der Kunst, wobei nicht das Ende der sakralen Kunst gemeint ist. Neben Händlerfamilien und Fürsten blieb die Kirche auch in der Renaissance der bedeutendeste Auftraggeber. Die religiösen Themen des Mittelalters  erhielten  ein neues Profil.

Mit der Kunst veränderte sich auch die öffentliche Wahrnehmung des Künstlers und dessen Stellenwert. Die Künstler erhielten so viele Aufträge wie nie zuvor. Zeitgleich stieg das Interesse an der Persönlichkeit des Künstlers, ein großer Unterschied im Vergleich zum Rollenverständnis im Mittelalter als der Künstler noch als Handwerker fungierte, der die Vorgaben der Auftraggeber umsetzte. Durch die Würdigung des Kunstschaffenden entwickelten die Künstler ein neues Selbstbewusstsein und mit der Erhöhung ihres Status wurden sie zu zum Teil zu großen Künstlerpersönlichkeiten in ihrer Zeit stilisiert. Sie hofften mit ihren Werken Unsterblichkeit zu erreichen. Neben den Künstlern profitierten auch die Auftraggeber vom Glanz und der neuen Bedeutung der Kunst, wie etwa die Fürsten von Mantua, Mailand oder Florenz. Einflussreiche Geistliche und wohlhabende Kaufleute gaben sich gerne als Förderer der Künste aus und schmückten sich mit dem Ruhm und Prestige von Werk und Künstler.