Der Mythos des Perseus

Piero Andromeda

Piero di Cosimo

Befreiung der Andromeda, ca. 1510-15. Öl auf Holz, 70 x 123 cm, Florenz, Galerie der Uffizien.

Das heutige Werk entführt uns in eine spannende Geschichte, die vom Künstler Piero di Cosimo in einer neuen Kompositionsart interpretiert wurde.

Ursprünglich war das Werk mit dem Hinweis versehen: Piero nach einer Zeichnung von Leonarda. Das heißt wir haben es hier es eigentlich mit einer Komposition von zwei Künstlern zu tun.

Der Mythos des Perseus wird in allen Einzelheiten dargestellt, wie er Andromeda befreit. Dafür muss er das Meeresungeheuer töten, welches deutlich den Mittelpunkt des Werkes dominiert. Links neben diesem ist Andromeda zu sehen, wie sie mit einem roten Strick am Baumstumpf gefesselt steht, hilfesuchend nicht Opfer vom Ungeheuer zu werden.

Um das Zentrum des Werkes erstreckt sich eine deformierte, faszinierende Landschaft mit unrealistischen Hügeln im Hintergrund und den unterschiedlichsten Szenen. Exotische Einzelheiten werden dargestellt, wie die Männer mit Turbanen rechts und links. Zur unteren Bildmitte rechts sind zwei Musiker mit Musikinstrumenten ohne Saiten und Resonanzkörper abgebildet. Es ist eindeutig, dass hier keine Musik erklingen wird.

Die genaue Entstehungszeit des Werkes ist umstritten. Es gibt die Theorie, dass dieses Werk in seinen szenischen Entwurf von einem florentinischen Karnevalsspektakel 1513 inspiriert wurde. Genau in diesem Jahr erlangten die Medici wieder die Macht in Florenz. Der neu austreibende Baumstumpf im mittleren unteren Bild deutet dies an. Er steht als das Medici Symbol des broncone, einen grünen jungen Zweig, der kraftvoll austreibt.

Aus einer jüngeren Studie stammt eine andere Theorie, in der Giorgio Vasari im 16. Jh. behauptete, dass dieses Werk bereits 1510 entstanden sein muss und wenig mit dem Medici zu tun habe. Es wurde für einen Strozzi, Filippo dem Jüngeren gemalt. Dieser habe Cosimo im Jahre 1510 für eine Arbeit in seinen privaten Gemächern bezahlt. Welche Arbeit genau damit gemeint war, bleibt uns Vasari schuldig. So dürfen wir weiter auf neue Theorien gespannt sein.

 

Weiterführende Literatur:

Geronimus, Dennis: Piero Di Cosimo. Visions Beautiful and Strange, Yale 2006.