Künstler des Symbolismus

Arnold_Boecklin_-_Island_of_the_Dead,_Third_Version

Arnold Böcklin (1827- 1901) Die Toteninsel, dritte Version,

1883, Öl auf Leinwand 80 x 150 cm – einer der bedeutendste Künstler des Symbolismus.

 

Arnold Böcklin ist nicht nur ein Künstler über dessen Werke man Stunden lang sprechen könnte sondern auch seine politischen Motive bieten sehr viel Gesprächsstoff

Beginnen möchte ich mit einer kunsthistorischen Einordnung Böcklins. Er gilt im Wesentlichen als Maler des Symbolismus, der mit den naturalistischen Vorstellungen der Impressionisten brach.

Die Motive stammen nicht aus dem Alltagsleben sondern aus fantasievollereren Themenbereichen wie etwa der Mystik.

So beschäftigte sich Böcklin mehrere Jahre mit dem Thema der Toteninsel. Das erste Werk dazu entstand 1880 für eine erst kürzlich verwitwete Frau. Nach diesem Werk schuf er noch vier weitere Fassungen dieses Motivs.

Der heute gebräuchliche Name der Werke stammt vom Kunsthändler Fritz Gurlitt, der Böcklins Bilder verkaufte. Böcklin selbst verzichtete auf starre Titelbezeichnungen seiner Bilder. Er nannte seine Werke z.B. Gräberinsel, die stille Insel oder ein Bild zum träumen.

Gerade der letzte Titel beschreibt die Grundidee des Werkes vielleicht am besten. Der Künstler vermied es, in seinen Darstellungen Objekte eindeutig und konkret abzubilden. Er wollte, dass der Betrachter in seinen Werken selbst einen Sinn entdeckt und sich in diese hineinträumt.

Die Anregungen für das Motiv entnahm Böcklin der klassischen Literatur, z.B. die Person auf dem Boot mit Tüchern verhüllt ist Charon – eine Gestalt der Mythologie. Es handelt sich dabei um den Fährmann, der die Seelen der Toten in den Hades bringt.

Die Vereinnahmung Böcklins für verschiedene politisch geprägte Motive ergab sich aus der Zeitgeschichte. Gegen Ende des 19. Jh. war Böcklin sehr in Mode beim gründerzeitlichen Bürgertum. Dabei ist besonders erstaunlich, dass seine zum Teil exzentrische Farbmalerei bei dem zunehmenden nationalistischen Gedankengut jener Zeit als das Deutsche schlechthin gepriesen wurde. Seine Werke zeigten Phantasie, deutsche Märchenpoesie später kamen noch Konstrukte hinzu wie Weltanschauung, Empfindungen und Ideen. Seine Kunst wurde zu einer durchgeistigten Idealkunst stilisiert, die sich gegen den Impressionismus gestemmt hat, jene Kunstrichtung die sich vermeintlich ausschließlich aus dem Erzfeind Frankreich entwickelt hat.

Nach seinem Tod 1901 wurden seine Werke gar zur rassischen Herleitung im Sinne des wilhelminischen Kulturdenkens missbraucht. Als Abschluss dieser verzerrten Wahrnehmung gesellte sich noch Adolf Hitler als Bewunderer seiner Kunst dazu. Dieser war im Besitz einer Version der Toteninsel.

Aus heutiger Sicht sind diese Interpretationen abwegig, jedoch sind sie typisch dafür wie Kunst politisch instrumentalisiert wurde.

Weiterführende Literatur:

Lichtwark, Alfred: Die Seele und das Kunstwerk. Arnold Böcklin, Hamburg 2013.

Tittel Lutz: Arnold Böcklin. Leben und Werk in Daten und Bildern, Stuttgart 1984.

Burger, Susanne: Arnold Böcklin. 1827 – 1901. Gemälde, Zeichnungen, Plastiken. Ausstellung zum 150. Geburtstag, Basel 1977.