Pünktchen, Pünktchen

PunktPunktGeorges Seurat (1884 – 1886), Ein Sonntag auf La Grande, 1884-86, Öl auf Leinwand – Begründer des Pointillismus.

 

In den Jahren 1884-1886 schuf Georges Seurat das berühmte Werk Ein Sonntag auf La Grande Jatte.

Nun klingt der Titel nicht unbedingt spektakulär, denn Sonntagsausflüge waren und sind nicht ungewöhnlich – gerade bei schönem Wetter. Dennoch lässt einen dieses Werk nicht los – das Thema mag recht gewöhnlich sein, seine Umsetzung ist das ganze Gegenteil davon.

Der erste Eindruck ist so ungewöhnlich, dass er erst einmal für Verwunderung beim Betrachter sorgt. Dies liegt am Stil des Pointillismus, den Seurat begründete hat. Mit vielen kleinen Farbpunkten unterteilte er geschickt die unterschiedlichen Farb- bzw. Lichtwirkungen. Erst aus der Ferne ergeben diese miteinander verschmolzen die gegenständlichen Darstellungen.

So zeigt Seurat einen Sonntag der 1880 Jahre bei denen Pariser der gehobenen Schicht einen Spaziergang oder Picknick am Flussufer des Grande Jatte verbringen. Er entschied sich dafür nicht den flüchtigen Moment festzuhalten, wie es die Impressionisten gemacht hätten sondern schuf mit seinen vielen Punkten ein formal strenges Gemälde mit einer durch konzipierten Komposition und geometrischen Formen.

Im Werk ist eine Vielzahl von Menschen zu sehen. Dabei stellen die einzelnen Menschen weniger ein Individuum dar als vielmehr eine stereotypische Gestalt.

Die Frau im Vordergrund rechts wird von Tieren begleitet. Tiere haben schon immer in der Kunstgeschichte ihre ganz besondere Bedeutung, so auch hier. Der Affe symbolisiert, dass die Frau eine gewisse Laszivität oder auch lockere Moral hat.

Wie immer möchte ich auch hier auf tiefgreifendere Literatur verweisen, die eine ausführliche Bildbeschreibung beinhalten.

Weiterführende Literatur:

Budde, Rainer: Pointillismus. Auf den Spuren von Georges Seurat, München 1997.

Düchting, Hajo: Georges Seurat. 1859 – 1891. Malerei auf den Punkt gebracht, Köln 1999.

Courthion, Pierre: Georges Seurat, Köln 1991.