Romantik – Epoche

Mal_RomJohan Christian Dahls, Swinemünde bei Mondschein,1840

 

Mit dem Wort Romantik verbindet man heute schöne Stunden bei einem Sonnenuntergang oder ein romantisches Abendessen mit der Partnerin. Als romantisch gelten Liebesfilme, Liebesromane und Palmenstrände mit Meeresrauschen im Hintergrund.

Aber für was steht die Romantik im kunstgeschichtlichen Sinn?

Sie steht für eine kulturgeschichtliche Epoche, deren Zeitspanne mit dem Ende des 18. Jahrhunderts beginnt und weit bis ins 19. Jahrhundert hinein reicht. Sie erstreckt sich über verschiedene Gebiete wie der bildenden Kunst, Musik und Literatur.

Seinen Ursprung begründet der Begriff Romantik in der Literatur im 17. Jahrhundert, er leitete sich vom altfranzösischen romanz ab, aus dem dann der Roman wird. Unter dieser Literaturgattung ist zunächst eine Dichtung in der Landesprache zu verstehen, die sich vom üblichen Gelehrtenlatein der Bücher unterschied. Aus den Dichtungen wurden Erzählungen von Geschichten voller Fantasie, Träumen und Liebe.

Daneben wurde das Wort Roman/Romantik in seiner Bedeutung weiterentwickelt. So stand es zum Beispiel für wilde unberührte Natur oder für gruselige Horrorgeschichten im 18. Jahrhundert. Erst der französische Philosoph Rousseau (1712-1778) gab dem Begriff eine weitere neue Bedeutung. Er verband die landschaftliche Wahrnehmung mit seelischen Qualitäten. Um ca. 1800 entstand zunächst in Deutschland eine Bewegung von Literaten, Künstlern und Philosophen die unter dem Begriff bzw. Stichwort des Romantischen ein neues Weltbild anstrebten. Diese romantische Generation empfand eine tiefe Kluft zwischen der Welt der Gefühle und Ästhetik und der Welt der Vernunft und Rationalität. Sie sehnten sich nach einer Heilung, in dem sie Gegensätze zusammenführten zu einem harmonischen Ganzen. Inspiration für diese Heilung fand man in einer weit zurückliegenden Epoche, dem Mittelalter. Man bediente sich Mythen, Märschen und Sagen. Auch besondere Orte wie mittelalterliche Klöster, Kirchen und Ruinen wurden künstlerisch und literarisch beschworen.

Mit dem neuen Weltbild veränderte sich auch die ästhetische Bewertung. Zunehmend wurde die klassizistische Kunst abgelehnt, deren Wesen eine feste Ordnung innewohnt. Man entwickelte eine Vorliebe für individuelle Gefühle des Betrachters und des Künstlers, die alle vorigen Regeln sprengte. Dabei standen nicht mehr Normen und Maße im Vordergrund sondern die schöpferische Experimentierlust. So entwickelte sich die Romantik zu einer vielseitigen Kunstrichtung. Sie reicht von der unheimlichen, dunklen und schwarzen Seite bis hin zur freundlichen Bewunderung der Natur und der Menschen. Stimmungsvolle Landschaften mit Betonung von Licht und Farben dienten nicht mehr primär der Darstellung der sichtbaren Wirklichkeit sondern der geistigen  Fantasie des Künstlers und des Betrachters.